Vorausschauende Forstwirtschaft im Waldviertel:
welche Bäume haben Zukunft?
Es ist mittlerweile keine Neuigkeit mehr, dass die einst flächendeckend gepflanzte Fichte im Waldviertel keine Zukunft mehr hat. Spätestens seit der rasanten Ausbreitung des Borkenkäfers kam es innerhalb der Forstwirtschaft zu einem Umdenken.
Aber welche Alternativen zur Fichte haben wir im Waldviertel, speziell im Thayaland?
In unserer Region kommt die Fichte nur in den höheren Lagen natürlich vor, sie wurde vor allem aus Gründen der einfachen Bewirtschaftung und hohen Nutzholzausbeute angepflanzt. Das Thayaland ist ursprünglich Heimat für Baumarten niederer Seehöhe, wie etwa Eiche oder Buche.
Die kommenden klimatischen Veränderungen, die mit dem Klimawandel zu erwarten sind, spielen bei der Wahl der Baumart eine zentrale Rolle. In unserer Region haben wir jedenfalls mit längeren Hitze- und Trockenperioden zu rechnen. Gleichzeitig werden die Niederschläge in Summe seltener, wenn sie aber auftreten, dann extremer und intensiver.
Es sollten also stressresistentere Baumarten gewählt werden, die längere Trockenperioden überstehen können und generell mit wärmeren Temperaturen zurechtkommen.
Baumartenampel als Entscheidungshilfe
Suchergebnisse der Baumartenampel für das Thayaland
Mithilfe der sogenannten „Baumartenampel“ des Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) kann man erkunden, welche Baumarten für regionsspezifisch in Zukunft am besten geeignet sind.
Hier geht’s zum Online-Tool:
Für das Thayaland bieten sich (laut Baumartenampel) vor allem Baumarten wie Buche, Stieleiche, Traubeneiche, Bergahorn und einige mehr an. Eindeutig nicht empfohlen werden dahingegen Arten wie die Fichte, Lärche oder Tanne. Diese Baumarten sind erst in orographisch höheren Lagen anzutreffen und somit für das 300-600 m ü.A. gelegene Thayaland nicht zu empfehlen.
Die Baumartenampel basiert auf einem errechneten Szenario des Weltklimarates (IPCC), bei welchem von einer Klimaerwärmung von etwa +2,3° bis 2100 in Österreich ausgegangen wird. Andere wichtige Faktoren, die bei der Pflanzung eines Waldes wichtig zu berücksichtigen sind (Bodenbeschaffenheit, Hangneigung, Exposition, etc.), fließen nicht in die Berechnungen mit ein.
Es ist also ein Tool, das eine erste Einschätzung erlaubt und nicht nur für Forstwirt*innen spannend zu erkunden ist.
Noch mehr Informationen gibt’s in der Broschüre zur Baumartenwahl:



